Bedienungsanleitung für das eigene Gehirn, Teil 3

Früher galt das Gehirn eines Erwachsenen als „stabil“ . Heute zeigen bildgebende Verfahren, wie veränderbar, „plastisch“ unser Gehirn ist: EIN HOCHKOMPLEXES, SICH SELBST ORGANISIERENDES SYSTEM MIT LERNFÄHIGKEIT BIS ZUM LEBENSENDE!

Früher hieß es, dass es im Laufe des Lebens geistig nur noch bergab ginge. Heute ist nachgewiesen, dass Abbau-Prozesse vor allem eine Folge der Lebensführung sind. Im HIPPOCAMPUS können sich sogar Neuronen ganz neu bilden, bis ins hohe Alter! Diese Region ist eine der zentralen Strukturen im Emotionshirn, beteiligt an der Steuerung der Affekte sowie an allen Lern- und Gedächtnisprozessen.

Wird der Hippocampus durch Lernen aller Art, einschließlich der Affektkontrolle, viel beschäftigt, dann vergrößert sich diese Region durch neue Nervenzellen. Dieser Vorgang „ist von weitreichender Bedeutung, sowohl für uns als Individuen als auch für die Menschheit als Ganzes“, schreibt der Grundlagenforscher Michael Nehls (in: Das erschöpfte Gehirn). Für ihn ist der Hippocampus unser „FRONTALHIRN-AKKU“: Wächst der beständig an, dann „verfügt der Mensch stets über ausreichend mentale Energie. Diese hält uns geistig flexibel und hilft, in Zeiten der Unsicherheit gute Lebensentscheidungen zu treffen und diese dann auch mit Willensstärke selbstbewusst umzusetzen.“

Doch „WAS NICHT WÄCHST, DAS SCHRUMPFT“: Leidet das Gehirn unter Schlafmangel, den Folgen von schlechter Ernährung oder toxischem Dauerstress, wird der Hippocampus geschädigt. „Infolge einer mittlerweile nahezu völlig artfremden Lebensweise erreicht der Frontalhirn-Akku schon in der Kindheit nicht mehr seine genetisch mögliche Kapazität (..) – im Gegenteil: Der Hippocampus schrumpft.“ Besonders ausgeprägt ist dies bei der Alzheimer-Krankheit, bei der Erinnerungsvermögen, räumliche Orientierung und Affektkontrolle zunehmend verloren gehen.
Wer das eigene Gehirn fit und leistungsfähig halten möchte, sollte die üblichen Empfehlungen für gesunden Lebensstil beachten: Viel Bewegung, ausreichend Schlaf, gute Ernährung und Lernprozesse mit ständigen geistigen (+ körperlichen) Herausforderungen. Artgerechte Haltung ist auch für Menschen entscheidend!

Extrem wichtig in dieser Zeit der Unsicherheiten, Krisen und Zukunftsängste ist das TRAINING VON STRESS-RESISTENZ, z.B. durch regelmäßige Meditation. Gehirnscanns von Menschen, die lange Zeit Achtsamkeits-Meditation praktizierten, zeigen messbare Veränderungen in wesentlichen Hirnarealen: In den Mandelkernen (Alarmanlage des Gefühlshirns, die Stress auslöst) kam es zur Reduktion der Substanz. Dagegen zeigte sich im Hippocampus eine Zunahme der Substanz! Und das durch eine so einfache Maßnahme wie die LENKUNG DER AUFMERKSAMKEIT, die in der Achtsamkeits-Meditation eingeübt wird!

Doch diese „einfache Maßnahme“ kann außerordentlich schwierig sein, besonders zu Anfang. Denn die allermeiste Zeit läuft unser Gehirn auf „Autopilot“ . Man solle besser sagen: ES denkt, als: ICH denke, bemerkte schon Georg Christoph Lichtenberg im 18. Jahrhundert. Das ES denkt, ist von Natur aus sinnvoll. Wenn unsere Urahnen einmal gelernt hatten, welche Gefahren in der Umgebung lauerten, vergrößerte sich ihre Überlebenschance. Was aber in der Steinzeit nützlich war, ist heute eine Quelle von Stress: Fixiert auf Erlebnisse aus der Vergangenheit, lenken frühe Ängste und Erfahrungen von Hilflosigkeit das Denken. „Wenn wir in einem Raum stehen oder etwas wahrnehmen, rufen wir zu über 99% der Wahrnehmung aus dem Gedächtnis ab. Das heißt, unsere Eindrücke aus der Vergangenheit prägen, was wir als Gegenwart sehen. Der Spruch „Wir sehen die Welt nicht, wie sie ist, sondern wie wir sind“ ist also absolut zutreffend“, so der Neurobiologe Marcus Täuber (in: Falsch gedacht!).

Statt uns von alten Denkmustern beherrschen zu lassen, könnten wir unser Denken auch steuern, und zwar durch die BEWUSSTE LENKUNG UNSERER AUFMERKSAMKEIT. Täuber nennt das MENTALE INTELLIGENZ: „Es ist wie beim Atmen: Wenn wir uns fokussieren, haben wir die Möglichkeit, unser Denken zu lenken und so neu zu prägen. Das ist der Schritt vom Zuschauer zum Regisseur des eigenen Lebens. Das ist ein Prozess, der über konzentrierte Wiederholungen, also über das Üben oder Lernen, funktioniert.“ Und der das Gehirn zu unserem Vorteil nachhaltig verändern kann: Einer der größten Erfolgen, die wir in diesem Leben erreichen können!

„Das Motto BRAINCHANGING IS GAMECHANGING gefällt mir gut. Ob das jetzt die Gesundheit betrifft oder einen persönlichen oder wirtschaftlichen Erfolg: Wir haben mehr Einfluss als wir glauben. Wer sein Mindset verändert, verändert sein Leben.“
Aus eigener Erfahrung kann ich das nur bestätigen – und andere dazu ermutigen, das eigene Denken aus den Fesseln der Vergangenheit zu befreien. Viele Beiträge in meinem Blog drehen sich genau darum, siehe die Stichwort-Liste, zum Thema STRESS auch die Downlaods. / Hier geht es zu Teil 1 und Teil 2

Bildquelle: Pixabay _______________________________
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„Das ganze Gehirn nutzen, um Probleme zu lösen!“

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